Geldspielgesetz und Golf Wetten: Was das BGS für Schweizer Wettkunden bedeutet

Am 10. Juni 2018 stimmten 72,9 % der Schweizer Stimmbevölkerung für das Bundesgesetz über Geldspiele – ein Ja, das den Sportwettenmarkt grundlegend verändert hat. Was viele Golfwetter nicht wissen: Dieses Gesetz bestimmt, bei wem sie legal wetten dürfen, wie ihre Gewinne behandelt werden und welche Schutzmechanismen greifen, wenn etwas schiefläuft. Wer in der Schweiz auf Golf wettet, operiert innerhalb eines Rahmens, den das BGS gestaltet – und ein Grundverständnis dieses Rahmens gehört zur informierten Wettentscheidung dazu.
Die Kernpunkte des Geldspielgesetzes für Sportwetten
Das Geldspielgesetz – offiziell Bundesgesetz über Geldspiele, abgekürzt BGS – trat am 1. Januar 2019 in Kraft und ersetzte das bisherige Lotteriegesetz und das Spielbankengesetz. Sein Kerngedanke: Alle Geldspiele in der Schweiz sollen unter staatlicher Aufsicht stattfinden, die Einnahmen sollen gemeinnützigen Zwecken zugutekommen, und die Spielenden sollen vor den Risiken des Glücksspiels geschützt werden.
Das Stimmvolk nahm das Gesetz mit 72,9 % an – eine bemerkenswert klare Mehrheit, die zeigt, wie breit der gesellschaftliche Konsens für eine regulierte Geldspiellandschaft ist. Die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht, hat allerdings selbst darauf hingewiesen, dass fraglich erscheint, ob die heute im landbasierten Sportwettenmarkt implementierten Massnahmen ausreichen, um einen sicheren und sozialverträglichen Sportwettenbetrieb auch im terrestrischen Bereich sicherzustellen.
Für Golfwetter sind drei Aspekte des BGS besonders relevant. Erstens das Konzessionssystem: Nur Anbieter mit einer Schweizer Konzession dürfen legal Sportwetten anbieten. Zweitens die DNS-Sperren: Nicht lizenzierte ausländische Anbieter werden technisch blockiert. 2025 waren insgesamt 20 neukonzessionierte Spielbanken mit Online-Bewilligung zugelassen. Drittens der Spielerschutz: Konzessionierte Anbieter müssen Sozialkonzepte umsetzen, Spielsperren durchsetzen und Präventionsmassnahmen finanzieren.
Das BGS unterscheidet zwischen zwei Kategorien von Geldspielen: Spielbankenspielen (unter Aufsicht der ESBK) und Grossspielen (unter Aufsicht der Gespa). Sportwetten fallen als Grossspiele unter die Gespa-Zuständigkeit, was für Golfwetter bedeutet, dass die interkantonale Aufsichtsbehörde ihre Wettaktivitäten reguliert – nicht die Eidgenössische Spielbankenkommission. Diese Zweiteilung der Aufsicht ist ein Schweizer Spezifikum, das aus der föderalistischen Tradition des Landes resultiert und bei Wettenden gelegentlich für Verwirrung sorgt. Im Alltag ist die Unterscheidung für den einzelnen Golfwetter allerdings kaum relevant – wichtig ist nur, dass der gewählte Anbieter über eine gültige Konzession verfügt.
Konzessionen und Online-Erweiterung
Vor dem BGS war Online-Sportwetten in der Schweiz eine rechtliche Grauzone. Das Gesetz hat Klarheit geschaffen: Online-Sportwetten sind erlaubt, aber nur über Anbieter mit einer entsprechenden Konzession. Die Lotteriegesellschaften – Swisslos und Loterie Romande – sowie konzessionierte Spielbanken mit Online-Erweiterung dürfen Sportwetten im Internet anbieten.
Für Golfwetter hat diese Regelung praktische Konsequenzen. Die Auswahl an legalen Anbietern ist beschränkter als in Ländern mit offeneren Märkten wie Grossbritannien. Dafür bieten die lizenzierten Anbieter einen regulierten Rahmen mit Spielerschutz, garantierter Gewinnauszahlung und steuerlicher Privilegierung. Die 20 neukonzessionierten Spielbanken mit Online-Bewilligung haben das Angebot in den letzten Jahren deutlich erweitert, und die meisten bieten mittlerweile auch Golfwetten mit akzeptabler Markttiefe an.
Was bedeutet „akzeptable Markttiefe“ bei Golfwetten? Bei einem PGA-Tour-Turnier erwarte ich von einem guten Anbieter mindestens Outright-Siegwetten, Top-5/10/20-Platzierungen, Head-to-Head-Märkte und Cut-Wetten. Einige Schweizer Anbieter bieten darüber hinaus First-Round-Leader-Wetten und rundenbezogene Märkte an. Live-Wetten auf Golf sind bei den grösseren Plattformen mittlerweile Standard, wobei die Aktualisierungsfrequenz der Quoten von Anbieter zu Anbieter variiert.
Die Online-Erweiterung hat den Markt auch für Golfwetten verändert. Vor 2019 musste man für eine Golfwette physisch eine Verkaufsstelle aufsuchen – während eines Turniers am Donnerstagabend noch schnell eine Live-Wette platzieren war praktisch unmöglich. Heute kann ich von meinem Smartphone aus in Echtzeit auf ein PGA-Tour-Event wetten, während ich die Übertragung schaue. Diese Zugänglichkeit hat das Wettverhalten verändert und die Nachfrage nach Golfwetten in der Schweiz spürbar erhöht.
Ein Punkt, der bei der Konzessionsdiskussion oft vergessen wird: Die DNS-Sperren, die das BGS ermöglicht, sind ein technisches Instrument zur Durchsetzung des Konzessionssystems. 2025 waren bereits 2’597 Domains gesperrt – ein Rekordwert, der zeigt, wie konsequent die Behörden gegen nicht lizenzierte Anbieter vorgehen. Für Golfwetter bedeutet das: Wenn ein ausländischer Anbieter über eine normale Internetverbindung in der Schweiz nicht erreichbar ist, liegt das an der DNS-Sperre. Die Nutzung von VPN-Diensten zur Umgehung ist zwar technisch möglich, aber widerspricht dem Geist des Gesetzes und kann den Spielerschutz untergraben.
BGS und Steuerpflicht: Die steuerrechtliche Seite
Das BGS regelt auch die steuerliche Behandlung von Spielgewinnen. Gewinne aus Grossspielen – also auch Sportwetten – sind bis zu einer Freigrenze von CHF 1’070’400 pro Kalenderjahr steuerfrei, sofern sie bei einem konzessionierten Schweizer Anbieter erzielt werden. Diese Freigrenze ist bewusst hoch angesetzt, um den legalen Markt attraktiver zu machen als nicht lizenzierte Alternativen.
Die steuerliche Logik des BGS ist klar: Wer im regulierten Markt spielt, wird belohnt. Wer bei einem nicht konzessionierten Anbieter spielt, muss seine Gewinne ab dem ersten Franken als Einkommen versteuern. Das ist kein Versehen, sondern ein gezielter Anreiz. Der Schweizer Gesetzgeber hat verstanden, dass Verbote allein nicht funktionieren – wirtschaftliche Anreize dagegen schon.
Für Golfwetter ergibt sich eine einfache Rechnung: Bei einem lizenzierten Anbieter zu wetten ist nicht nur legal sicherer, sondern nach Steuern auch finanziell vorteilhafter – selbst wenn die Quoten bei einem Offshore-Anbieter nominal höher erscheinen. Dieser Steuervorteil ist für die allermeisten Golfwetter relevanter als jede Quotendifferenz. Ein konkretes Beispiel: Gewinne ich CHF 500 bei einem Schweizer Anbieter, behalte ich den vollen Betrag. Gewinne ich denselben Betrag bei einem nicht lizenzierten Anbieter, muss ich – je nach Kanton – 20 bis 35 % davon als Einkommenssteuer abführen. Damit bräuchte ich beim Offshore-Anbieter mindestens CHF 625 bis CHF 770 Gewinn, um nach Steuern auf dasselbe Ergebnis zu kommen.
Häufige Fragen zum Geldspielgesetz
Das Geldspielgesetz wirft bei Wettenden regelmässig Fragen auf, die sich direkt auf ihre Praxis auswirken.
Wann trat das Geldspielgesetz in Kraft?
Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) wurde am 10. Juni 2018 in einer Volksabstimmung mit 72,9 % Zustimmung angenommen und trat am 1. Januar 2019 in Kraft. Es ersetzte das bisherige Lotteriegesetz und das Spielbankengesetz und schuf einen einheitlichen Rechtsrahmen für alle Geldspiele in der Schweiz, einschliesslich Sportwetten.
Können ausländische Anbieter eine Schweizer Konzession beantragen?
Das BGS sieht keine eigenständigen Konzessionen für ausländische Sportwettenanbieter vor. Online-Sportwetten dürfen nur von Lotteriegesellschaften und von Spielbanken mit einer Schweizer Konzession und entsprechender Online-Erweiterung angeboten werden. Ausländische Anbieter ohne diese Voraussetzungen sind vom Schweizer Markt ausgeschlossen und werden durch DNS-Sperren technisch blockiert.
Erstellt von der Redaktion von „Golf Wetten Schweiz”.
